Wie du die richtige Sitzhaltungen für deine Meditation findest

Die richtige Sitzhaltung beim Meditieren entscheidet über Gelingen oder Misslingen der Meditation. Bevor wir mit Meditation lernen beginnen, sollten wir unbedingt über die Sitzhaltung sprechen. 

Es ist für einen Anfänger nicht einfach, die stimmige Position zu finden.

Du kennst sicher den Schneidersitz. Viele haben damit jedoch Probleme:

  • es schlafen die Füße ein
  • der Rücken verspannt
  • Entspannung wäre schön, aber in dieser Position nur schwer möglich

Ich zeige dir in diesem Artikel, wie du die richtige Sitzhaltung für eine gelungene Mediation finden kannst. Denn nicht immer ist der Schneidersitz die beste Meditationshaltung. Die Sitzhaltung solltest du bereits in deine Vorbereitungen zur Meditation einplanen.

Warum die Sitzhaltung wichtig bei der Meditation ist

Eine angenehme Sitzhaltung ist die halbe Miete beim Meditieren. Ich spreche aus Erfahrung. Denn schließlich hat mich der Schneidersitz jahrelang davon abgehalten, Meditation zu lernen. 

Erst als ich gemerkt habe, dass ich auf einem Sessel besser entspannen kann, konnte ich die wunderbare Welt der Meditation für mich entdecken. 

Die Sitzposition soll dich in deiner Meditation unterstützen und nicht behindern.

Wer in Ruhe meditieren möchte, braucht zunächst mal eine gemütliche Sitzhaltung. Wir Europäer tun uns da im Schneidersitz (Lotossitz) etwas schwer. Wir sind es nicht gewohnt so lange die Beine zu überkreuzen.

Doch wie sollen wir stattdessen sitzen? Das ist eine gute Frage. Dieser Artikel soll dir Klarheit bringen.

Die wichtigsten Sitzhaltungen

Ich werde dir hier die wichtigsten Sitzhaltungen zeigen.

Der Lotussitz

lotussitz

Der Lotussitz ist für Yoga gut geeignet

Im Lotussitz sitzt du auf dem Boden. Du überschränkst die Beine.

Richte deine Wirbelsäule auf. Das geht am einfachsten, wenn du dabei das Becken etwas nach vorne schiebst. 

Die Hände kannst du gemütlich auf deine Knie ablegen. Oder du legst eine Hand in die andere und legst dann beide Hände in deinen Schoss.  

Die indischen Yogis machen vor dem Meditieren stundenlanges Yoga. Damit dehnen sie die Muskeln und stabilisieren ihren Körper. Wir Westler sind das nicht gewohnt. Außerdem möchtest du meditieren und nicht Yoga machen, oder? 

Im Yoga ist die Meditation meist der krönende Abschluss einer umfassenden spirituellen Übung. 

Der Lotussitz ist für Menschen gut geeignet, die einen gut gedehnten und trainierten Körper haben.

Tipp: Achte auf deinen Körper

Solltest du körperliche Beschwerden haben und du bemerkst, dass du dich im Lotussitz nicht wohl fühlst, dann probiere bitte die Sitzposition am Sessel aus.

Bei Menschen mit Knie- oder Hüftproblemem ist der Lotussitz nicht zu empfehlen. Frage in diesem Fall deinen Arzt.

Der halbe Drehsitz im Lotus (Schneidersitz)

Der halbe Lotussitz ist etwas entspannter und für den Übenden leichter auszuführen. Auch gilt: wenn du körperliche Beschwerden hast, dann ist diese Sitzposition womöglich nicht für dich geeignet.

Du setzt dich am besten auf den Boden auf eine Yogamatte oder eine Decke und überkreut deine Beine. Dieser Sitz ist auch als de Schneidersitz bekannt. Die Hände kannst du auf deinen Knien ablegen oder in deine Schoß legen. 

Der japanische Sitz (Fersensitz)

Du setzt dich am Boden auf deine Fersen hin.

Der Fersensitz kann auch mit einem Kissen gemacht werden. Dadurch entspannen die Knie und wird für viele Meditierende als angenehmer empfunden. 

Wenn du allerdings Knieprobleme hast, dann ist diese Position nicht für dich geeignet.


Der Fersensitz ist angenehm für die Wirbelsäule

Am Sessel

angenehmste Sitzposition: am Sessel

Du setzt dich einfach bequem auf einen Sessel und achtest darauf, dass Arme und Beine nicht überkreuzt sind. 

Du kannst deine Arme entweder auf die Oberschenkel, mit den Handflächen nach oben, legen. Oder du gibst die eine Hand in die andere und legst beide Hände dann in deinen Schoss ab. 

Diese Position empfinde ich am angenehmsten. Du kommst damit schnell in eine tiefe Entspannung. Achte darauf, dass der Oberkörper aufrecht bleibt, damit du frei atmen kannst.

Die Energielehre aus dem Yoga ist für deine Mediation zunächst nicht wichtig. Denke daran: du willst meditieren und nicht Yoga lernen. Achte wirklich darauf, dass du entspannen kannst. Gerade in der Sitzposition ist es angenehm sich anzulehnen. Die Energie wird trotzdem deine Wirbelsäule entlang fließen. Ich mache das schon seit 20 Jahren so und habe großartige Erfolge in der Meditation.

Tipp: für kleinere Menschen

Für manche Menschen hat der Tischler zu große Sessel gemacht. Wenn das auf dich zutrifft, dann leg einfach ein Kissen oder eine kleine Schachtel unter die Füße.

Tipp: für den Po

Wenn der Popo kalt wird oder der Sessel zu hart ist, dann leg ein Kissen oder eine warme Decke darunter.

Für Menschen mit Hämorrhoiden oder anderen Beschwerden am Gesäß kann ein Kissen eine große Erleichterung sein. 

Die Grundregel für die Sitzhaltung

Prüfe, ob du mindestens 10 Minuten in der Sitzposition verweilen kannst ohne dass

  • du dabei verspannst
  • du dabei zu schwitzen anfängst
  • deine Füße einschlafen
  • ständig der Gedanke kommt: wann darf ich denn wieder aufstehen?

Manche Meditationslehrer empfehlen:

Suche dir jene Position, die du für mindestens 10 Minuten halten kannst.

Ich gehe einen Schritt weiter: Du solltest diese Position nicht nur halten können. Sondern du solltest in dieser Position richtig gut entspannen können. Dabei passieren die häufigsten Fehler.

Welche Meditationshaltung ist für mich richtig?

Damit du für dich die richtige Sitzhaltung herausfinden kannst, habe ich dir eine kleine Checkliste zusammengestellt. Bitte beantworte folgende Fragen:

Meine Bänder, meine Muskeln und mein Körper sind sehr gut gedehnt?

Ich bin gut trainiert

Ich bin es gewohnt für längere Zeit meine Beine zu überkreuzen

Mein Gelenke sind gesund, frei und beweglich

Ich bin frei von Schmerzen.

Solltest du bei einem Punkt mit nein geantwortet haben, dann verzichte auf den Schneidersitz und versuche es mit der Sitzposition am Sessel. Du wirst sehen, dass dir der Sessel besser bekommt. 

Bist du Schmerzpatient, oder leidest unter Erkrankungen an den Gelenken, konsultiere bitte deinen Arzt und lasse dich von ihm beraten.

Das Wichtigste ist, dass du wirklich entspannen kannst beim Meditieren. Nur selten ist der Schneidersitz empfehlenswert. 

Wenn du innerlich verkrampfst, dann versuche eine andere Sitzposition zu finden. Der Lotussitz ist vor allem bekannt aus den asiatischen Traditionen wie dem Yoga oder dem Buddhismus. Dort spielt die Meditation eine zentrale Rolle in der Religion. Außerdem, gibt es manchen dieser Ländern nicht so viele Sessel. Die Menschen sind es gewohnt am Boden zu leben. Sie kennen seit Kindheit keine andere Sitzhaltung.

So, jetzt bist du dran! Was ist deine bevorzugte Sitzposition beim Meditieren?

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