Die 10 häufigsten Fehler beim Meditieren und wie du sie vermeidest

fehler beim meditieren

Ich bin schon seit 20 Jahren Meditationslehrer und mittlerweile habe ich schon tausende Menschen in Meditation ausgebildet. Mir ist dabei aufgefallen, dass die meisten Menschen immer dieselben Fehler dabei machen. 

Diese Fehler sind im Prinzip einfach zu vermeiden. Sie passieren allerdings nicht nur Anfängern. Sondern auch Menschen mit viel Meditationserfahrung tappen in die gleichen Fallen. 

Kann beim Meditieren überhaupt etwas falsch gemacht werden?

Ja natürlich! Die Folge ist meist, dass die Übenden das Interesse verlieren und zu früh mit Meditation aufhören.

Manchmal kann es sogar vor kommen, dass ungeliebte Traumen aus der Vergangenheit hoch kommen und aktiviert werden. Dann kann Meditation sogar zur Gefahr werden.

Erfahre hier, wie du die häufigsten Fehler vermeiden kannst und die Meditation zu einer wahren Schatzkiste für dich wird.

Lesetipp: Hier findest du eine komplette Anleitung, mit der du Meditation lernen kannst.

#1 Du bereitest dich nicht auf die Meditation vor

Du hast schon Erfahrungen mit Meditation gesammelt, doch der Erfolg will sich einfach nicht einstellen? Du kommst irgendwie nicht weiter? 

Dann liegt es vielleicht daran, dass du deine Meditation nicht richtig vorbereitest.

Eine gute Vorbereitung ist die halbe Miete. Sie ist der erste und wichtigste Schritt für eine gelungene Mediation und für eine tiefe Trance.

Du stellst dich in deinem Denken und Fühlen auf die folgende Übung ein. Du gestaltest deinen Meditationsplatz schön, wählst eine angenehme Musik aus und stimmst dich innerlich ein.

Deine Meditation wird dadurch zu einem Ritual. Du gibst deinem Unterbewusstsein das Signal: "Jetzt wird meditiert". Es wird dich dann unterstützen und du kommst dadurch schneller in eine Entspannung.

Aber wie mache ich das mit der Vorbereitung?

Ich habe dir dafür einen guten Leitfaden zusammengestellt. So kannst du dich Schritt für Schritt auf die Meditationsübung einstimmen...

#2 Du meditierst in der falschen Sitzhaltung

Bei der Sitzhaltung werden die meisten Fehler gemacht. Interessanterweise nicht nur bei Anfängern. Auch erfahrene Meditationspraktiker haben Probleme damit und berichten in meinen Kursen immer wieder, dass sie in Wahrheit nicht entspannen können.

Das liegt vor allem daran, dass die meisten glauben im Lotussitz meditieren zu müssen. Doch das ist jedoch ein großer Irrtum. 

Der Lotussitz macht Sinn, wenn du deine Yogaübung mit einer Meditation abschließen möchtest. Im Yoga werden vor der Meditation wirkungsvolle Dehnungs- und Kräftigungsübungen gemacht. Der Yoga-Praktizierende kann daher leichter im Lotussitz verweilen, weil die Muskulatur richtig auf das Sitzen mit überkreuzten Beinen vorbereitet wurde.

Wenn du jedoch nur meditieren möchtest, dann ist der Lotussitz womöglich nicht das Richtige für dich. 

Bei vielen Meditierenden schlafen dabei die Füße ein, der Rücken verspannt sich oder es treten ungewöhnliche Körperempfindungen auf, die bei manchen Menschen Besorgnis auslösen. Viele hören dann auf mit dem Meditieren oder denken, dass sie etwas falsch machen. 

Doch die Lösung ist sehr einfach: Meditiere einfach auf einem Stuhl. Du bist deswegen nicht weniger erleuchtet. Auch deine Energie (Kundalini) fließt weiterhin deiner Wirbelsäule entlang und wird nicht durch das Anlehnen an der Lehne unterbrochen. 

Meditation am Stuhl

Du kannst  auch am Stuhl meditieren!

#3 Du erwartest zu viel

Eines mal vorweg: Meditation ist ein wunderbares Mittel um 

  • Stress abzubauen
  • mehr Lebensqualität zu finden und
  • mehr seelische Gesundheit zu erreichen und
  • Depressionen in den Griff zu bekommen

Aber sie ist kein Allheilmittel. Und vor allem kein Mittel für Spontanheilungen. Viele Anfänger erwarten sich hier einfach zu viel. Sie haben gehört, dass dadurch Angst abgebaut und Depressionen überwunden werden können.

Das ist zwar richtig, jedoch geht das nicht von heute auf morgen. 

Meine Erfahrung hat gezeigt, dass sich die großen Erfolge meist erst nach monatelanger Meditationspraxis einstellen. Ich selbst konnte erst nach vielen Jahren der täglichen Meditation behaupten, dass meine Depressionen verschwunden waren. 

Bitte gib nicht gleich auf, wenn du nicht sofort Erfolge spürst. Das wäre wirklich schade. 

Mein Tipp: erwarte dir nicht zuviel. Genieße einfach den Moment. Denn eine jede einzelne Meditation hat die Kraft dir magische und wunderbare Momente zu verschaffen. Diese kannst du nur im Hier und Jetzt in Empfang nehmen. 

Meditiere einfach nur weil es dir jetzt gut tut!

#4 Du gibst zu schnell auf

Viele Anfänger machen den Fehler, dass sie zu schnell aufgeben. Das ist so ähnlich wie mit den hohen Erwartungen. Wenn die Erfolge nicht sofort spürbar sind, verlieren viele das Interesse daran. 

Mache dir bitte bewusst: Meditation ist nicht eine Methode, mit der du schnell deine Probleme lösen kannst.

Mediation ist eine Lebensphilosophie! Du solltest sie dein ganzes Leben lang praktizieren. 

Ich erlebe immer wieder religiöse Menschen, die zu beten beginnen, wenn sie Probleme haben. Sie kommen an einen Punkt in ihrem Leben, wo sie nicht mehr weiter wissen. Da beginnen sie zu Gott zu beten. Und erhoffen Heilung. Grundsätzlich finde ich das Gebet sehr hilfreich und gut. 

Doch leider funktioniert das nicht so. Auch das Gebet sollte zu einer Lebensphilosophie werden. Es sollte eine Kraftquelle des täglichen Lebens sein.

Frage dich also: Möchte ich meditieren, weil ich ein Problem so schnell wie möglich weg haben möchte? Dann besteht die Gefahr, dass du enttäuscht werden wirst. Die die Technik der Meditation wird deine Probleme nicht lösen. Das musst du schon selbst machen.

Aber die tägliche Meditation kann dein Leben unglaublich bereichern und dir den nötigen Input liefern, damit du die Kraft bekommst deine Probleme zu lösen.

Regelmäßige Meditation weckt Ressourcen in dir,  

damit du deine großen Lebenstehmen meistern kannst. 


#5 Du meditierst nicht regelmäßig

Die Übung macht den Meister. Das trifft ganz besonders auf die Meditation zu. Es gibt mittlerweile gute Studien, in denen nachgewiesen wurde, dass eine tägliche Meditationspraxis positive Auswirkungen auf das Gehirn und das Nervensystem des Menschen hat. 

Doch es ist nicht immer einfach jeden Tag Zeit für die Meditationsübung zu finden. Gerade Anfänger tun sich damit schwer. Da habe ich ein paar Tipps für dich vorbereitet:

Mache die Meditation zu einen fixen Termin

Plane die Meditation in deinen Alltag ein, als ob es ein Termin wäre. Trage dir diesen Termin in deinen Kalender auch ein. Achte auch darauf, dass du die Vorbereitungszeit mit einplanst. 

Wähle stets die gleiche Meditationszeit

Die Meditationszeit ist sehr wichtig. Ich meditiere zum Beispiel am Morgen am liebsten. Da ist mein Geist noch frisch und wach und die Entspannung gelingt mir so am besten. Am Abend möchte ich meistens nur ins Bett und habe keine Energie mehr für die Mediation.

Finde deine beste Meditationszeit heraus und mache sie zu einem Fixpunkt in deinem Alltag. 

Überprüfe deine Meditationserfolge

Nichts gibt mehr Motivation als erreichte Ziele. Überprüfe daher deine Erfolge. Solltest du mal ein Motivationsproblem haben, dann mache dir diese Erfolge bewusst. Mache sie zu einer wertvollen Ressource.

Mein wichtigster Tipp: verurteile dich nicht, wenn du mal einen Tag auslässt mit deiner Meditationsübung. Morgen ist auch noch ein Tag!

#6 Du hast ein falsches "Warum" für die Meditation

Hast du eine Idee warum du eigentlich meditieren möchtest?

Vielleicht antwortest du jetzt: 

Ich möchte einfach entspannen, weil ich einen stressigen Job habe.

Das ist natürlich ein guter Grund für eine Meditation. Doch es ist gleichzeitig ein schwaches Ziel, um wirklich erfolgreich damit zu sein.

Was ich meine ist Folgendes:

Was passiert, wenn du deinen Job verlierst und der Stress plötzlich weg fällt? Hörst du dann mit Meditation auf?

Hier passieren große Fehler - für eine gelungene Meditation ist ein richtiges "Warum" notwendig.

Mach dir bewusst, dass die Meditation nicht deine Probleme lösen wird. Sie hilft dir einfach mehr bei dir selbst anzukommen. Das ist meiner Meinung nach das stärkste "Warum"!

Durch Meditation wirst du lernen dich selbst besser zu erkennen. Du wirst lernen deine Gedanken , deine Gefühle und dein Handeln besser zu verstehen. Du wirst lernen dich als integralen Bestandteil des Lebens zu sehen.

Können Krankheiten mit Meditation geheilt werden?

Sorry, da muss ich dich enttäuschen. Meditation ist keine Technik, um Krankheiten zu heilen. Dieses "Warum" führt in die Sackgasse.

Das was du mit Meditation jedoch erreichen kannst ist mehr inneren Frieden, mehr Achtsamkeit, mehr Glück und mehr Selbsterkenntnis.

In keinen bekannten Meditationspraktiken ist aufgelistet, dass damit Krankheiten behandelt und geheilt werden können. Nach der asiatischen Philosophie macht das auch Sinn. Denn hier wird nicht von Krankheit gesprochen. Hier wird stets die geistige und seelische Entfaltung und Weiterentwicklung angestrebt. 

Wenn du Krankheiten behandeln möchtest, dann suche bitte einen Arzt, Heilpraktiker oder Therapeuten auf. 

#7 Du verwendest Meditations-Apps

Richtig gelesen! Auch das ist ein schwerer Fehler, den nicht nur Anfänger machen.  

Hast du buddhistische Mönche schon mal mit Handy, Ohrenstöppsel und Meditations-App meditieren sehen? 

Also ich noch nicht und das hat einen guten Grund.

Meditations-Apps, wie Headspace, sind ansprechende Medien, die Inhalte zur Entspannung zur Verfügung stellen. Du kannst damit genau planen:

  • wann
  • wie lang und
  • wo 

du die Audio-Datei anhören möchtest. Eine angenehme Stimme führt dich in die Entspannung. Doch eine wirkliche Trance wirst du damit nur schwer erreichen.

meditation lernen

Mal Hand auf´s Herz: ist das wirklich Meditation, wenn du dich von einer aufgezeichneten Stimme berieseln lässt? Ich finde, dass diese Apps dich von dir selbst ablenken.

Du brauchst für das Abspielen ein Handy oder ein Tablet und richtest den Fokus wieder auf elektronische Geräte und auf Internetmedien von denen du ja eigentlich weniger möchtest.

Außerdem lernst du nicht deine positiven Gedanken zu entfalten, sondern bist auf das angewiesen, was die Tonbandstimme dir sagt. 

Die Folge ist, dass der Übende von der Stimme abhängig wird und sich selbst nicht mehr in eine Trance führen kann. Das ist jetzt nicht nur meine Meinung. Ich habe es tatsächlich in meinen Kursen erlebt.

Meditations-Apps sind hin und wieder mal eine nette Abwechslung, sollten aber nicht regelmäßig verwendet werden. Einmal die Woche reicht vollkommen aus!

#8 Hundemüde und ausgelaugt meditieren

Wenn du müde bist, dann kannst du dich nicht mehr konzentrieren. Es fällt dir dabei schwer die Aufmerksamkeit auf dem Atem oder auf ein anderes Objekt zu lenken.

In diesem Fall ist es sinnvoller schlafen zu gehen und sich auszuruhen. Denn für die Meditation brauchst du einen wachen Geist. 

Aber ich soll doch jeden Tag meine Meditationsübung machen!

Das ist richtig! Aber vielleicht kannst du deine Meditation zu einer anderen Tageszeit machen. Zum Beispiel am Morgen, wenn du ausgeschlafen bist?

Nimm dir vor jeden Morgen 10 Minuten zu meditieren. Richte dir den Wecker 10 Minuten früher und plane die Meditationszeit in dein Morgenritual ein!

#9 Viele verschiedene Meditationen machen wollen

Es gibt sehr viele verschiedene Meditationsarten. Die bekanntesten sind:

  • buddhistische Meditation
  • Metta-Meditation
  • indische Meditation
  • Chakra-Meditation
  • Mantra-Meditation 
  • Transzendentale Meditation
  • Lichtmeditation
  • Heilmeditation
  • Atemmeditation
  • Achtsamkeitsmeditation
  • uvm.

Wie soll sich da ein Anfänger zurecht finden? Viele denken, dass sie alle Meditationsarten ausprobieren müssen und damit überfordert sind. 

Ich empfehle dir: Fang mit einer Meditationsart an. Wenn sie dir gefällt, dann mache sie regelmäßig. Du musst nicht jede Mediation perfekt können. Es reicht, wenn du einen Pool von 3 bis 4 Meditation hast, mit denen du variieren kannst.

Meine Hauptmeditation ist die metaphysische Heilmeditation. Die mache ich fast täglich. Doch manchmal habe ich das Gefühl, dass ich eine Achtsamkeitsmeditation machen möchte. Hin und wieder mache ich aber auch einfach nur eine Atemmeditation.

Wichtig ist, dass du deine individuelle Meditationspraxis findest. Probier einfach 3 bis 4 verschiedene Meditationsarten mal aus. Du wirst schon herausfinden, welche Mediation für dich am besten ist.

#10 Alleine im stillen Kämmerlein meditieren

Viele glauben, dass sie für sich alleine im stillen Kämmerlein meditieren müssen. Doch das ist ein großer Fehler. Es gibt nichts schöneres als in einer Gruppe mit Gleichgesinnten zu meditieren. 

Das hat den Vorteil, dass du dich mit den anderen Menschen austauschen kannst, Tipps und Tricks kennen lernst und erfährst, dass annere vielleicht die gleichen Herausforderungen haben wie du.

Wenn du in einer Gruppe meditieren möchtest, ist es zunächst wichtig, dass ihr euch ein Meditationsritual zurecht legt. Dort solltet ihr klären: 

  • ob die Meditation von jemanden angeleitet wird
  • wie die Rahmenbedingungen aussehen (Kerze, Musik, Raumbelichtung usw.)
  • dass die Privatsphäre der anderen Teilnehmer respektiert wird (wenn einer seine Meditation abschließt, dann soll er die meditierenden Kollegen nicht beobachten...)

Die Gruppenmeditation soll ein gemeinsames Erlebnis werden. Wenn ihr euch wirklich regelmäßig trefft und gemeinsam meditieren, dann kann das eine wunderschöne Erfahrung sein. Ihr könnt euch auch Ziele bis zum nächsten Gruppentreffen ausmachen. Zum Beispiel: soll ein jeder bis zum nächsten Mal die Metta-Meditation machen und seine Erfahrungen damit niederschreiben. 

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